Regeln zur Deeskalation von akuten Gewaltsituationen
Gewaltsituation : zwei Jungen prügeln sich
Jungen kämpfen gerne miteinander , dies tun sie um ihre Kräfte zu messen ,um Körperkontakt zu haben und aus Spaß. Für Erwachsene ist es nicht immer einfach zu erkennen, ob es sich hier bei um einen "Spaßkampf" handelt oder ob es sich hier tatsächlich um eine Gewaltsituation handelt.
Es gibt sowohl für einen "Spaßkampf" als auch für eine Gewaltsituation klare Merkmale.
Merkmale für einen "Spaßkampf" sind :
die Beteiligten sind im Kontakt
Der Übergang zwischen einem "Spaßkampf" und einer Gewaltsituation kann fließend sein, daher ist es wichtig , auch bei einem "Spaßkampf", mit den Jungen in Kontakt zu gehen.
Merkmale für eine akute Gewaltsituation sind:
Der Übergang zwischen einem "Spaßkampf" oder einem Konflikt zu einer Gewaltsituation wird durch einen Kontaktabruch seitens einer der Beteiligten, gekennzeichnet.
Deeskalieren
Hinsehen: ist es Spaß oder Ernst.
Sorge benennen, dass es ernst werden kann oder gefährlich ist ( an der Treppe) .
Kontaktaufnahme
Direkt zu ihnen gehen, mit dem Namen ansprechen :
Jan und Christian, ich will das ihr sofort aufhört Euch zu schlagen !
Wenn sie nicht aufhören Hilfe holen und sie sofort trennen.
Nach der Trennung jedem die Möglichkeit geben ( gegebenenfalls auch dem Erwachsenen, der getrennt hat ) sich zu beruhigen und im Kontakt bleiben.
Im Kontakt bleiben:
Nachfrage : wie geht es Dir jetzt im Moment ? Eigenwahrnehmung wieder "herstellen"
Jeden einzeln fragen sie dürfen ( müssen ) ihre Gefühle benennen, dafür brauchen sie gegebenenfalls Hilfestellung. Auch der Erwachsene darf und muß seine Gefühle benennen.
Situation klären :
Was ist passiert ? Was hat der Einzelne gemacht ? Wie ging es ihm währenddessen ? Hier nicht auf objektiven Tatbestand bestehen.
Schuldzuweisungen unterbrechen.
Gemeinsam eine Lösung finden, die von den Beteiligten akzeptiert wird.
Nach der Klärung:
Nachfragen : Wie geht es Dir jetzt ? Ist für Dich die Gewaltsituation gelöst ? Hier muß auch der Erwachsene, seine "Einschätzung" benennen.
Beide noch eine Weile im Blick behalten, um rechtzeitig deeskalieren zu können.
Das wichtigste Mittel zur Deeskaltion ist es, mit den Beteiligten in Kontakt ( in Beziehung zu gehen) zu gehen und Grenzen zu setzten.
Bei "klarem" Opfer nicht mit beiden gleichzeitig arbeiten.
© Sascha Denzel 2002